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Das Ganze und seine Gegenteile, Symposion und Ausstellung

Sonntag, September 21, 2008
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Ulrich Brand, Emanuel Danesch, Christian Felber, Thomas Glavinic, Patricia Grzonka, Sibylle Hamann, Georg Herrnstadt, Gero Jenner, Konrad Paul Liessmann, Robert Menasse, Corinna Milborn, Elke Szalai, Wolfgang Temmel, Andreas Zumach & K.U.L.M.

Veranstaltung im Rahmen der K.U.L.M. Akademie

Kurator & Moderation: Robert Menasse
Koordination: K.U.L.M.


Oktober 10 - 12, 2008
Kulmlandhalle Rohrbach
8212 Kulm bei Weiz

Kartenpreise
10 / 8 € bzw. 3-Tageskarte 15 / 10 €

  
  

Vorläufiger Programmablauf

Freitag, Oktober 10, 2008
Anreise

16.30 Uhr:

Begrüßung:
Brigitta Schwarzenberger, Bürgermeisterin Kulm bei Weiz

Einführende Worte:
Patricia Grzonka

K.U.L.M. / Rauminstallation
Wolfgang Temmel / stille Post - Bonsai Garden Orchestra
Emanuel Danesch / Film „Livesafelyineurope“
Elke Szalai / Text

18 Uhr:

Eröffnung/Symposion:
Einleitung: Robert Menasse
Konrad Paul Liessmann: Das Ganze und seine Gegenteile: Die Apokalypse
Thomas Glavinic: Die Arbeit der Nacht (Lesung)

Abendessen

Samstag, Oktober 11, 2008

10 Uhr:
Sibylle Hamann: Das Ganze und wie es sich darstellt (Globalisierung und Medien)
Georg Herrnstadt: Das Ganze und der Geschlechterwiderspruch
Patricia Grzonka: Universal Artist. Vom globalisierten Projektkünstlertum
Corinna Milborn: Das Ganze in Bewegung: Völkerwanderungen

Diskussion

Mittagspause

15 Uhr:
Ulrich Brand: Imperiale Politiken – Wer führt das Ganze an?
Andreas Zumach: Ende der US-Hegemonie
Gero Jenner: Wie viele Welten verträgt die Welt?

Diskussion

Abendessen

Sonntag, Oktober 12, 2008

10.30 Uhr:
Christian Felber: Vorschläge für eine gerechte Welt

Mittagessen, Spazieren, Diskutieren.
Abreise

Robert Menasse, Das Ganze und seine Gegenteile

Sonntag, September 21, 2008
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Der Globus wird globalisiert, dabei allerdings nur das, was die Menschen aus ihm gemacht haben. Daher ist „die Globalisierung“ ebenso eine Tautologie wie eine Lüge. Vernetzt und zusammengefasst werden nicht Lebensorte, sondern Standorte. Das ist, global gesehen, der Standpunkt. Insofern war die Welt tatsächlich noch nie so klein wie jetzt, Punkt. Die Welt wird endlich eine Ganze? Wenn das Wahre das Ganze ist, dann erweist sich darin die Lüge: jeder Teil ist ein Gegenteil des Ganzen. Versprochen war, dass der Mensch ganz werde. Sind Sie fit für die globalisierte Welt? Teilweise!

Robert Menasse, geb. 1954 in Wien, Erzähler und Essayist. Setzt sich in seinen Romanen mit der Stellung des Individuums in einer Welt des gesellschaftlichen und politischen Umbruchs auseinander. Veröffentlichungen, zuletzt: Die Zerstörung der Welt als Wille und Vorstellung. Frankfurter Poetikvorlesungen (2006), Das Paradies der Ungeliebten, Ein Schauspiel (2006), Don Juan de la Mancha, Roman (2007). Lebt in Wien und Amsterdam.

Konrad Paul Liessmann, Das Ganze und seine Gegenteile: Die Apokalypse

Sonntag, September 21, 2008
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Hegels schlichter Satz: “Das Ganze ist das Wahre” gewinnt eine ungeheure Spannung, wenn das Ganze das Ganze der Geschichte ist. Entweder wir begreifen nie, oder erst dann, wenn alles zu einem Ende gekommen ist. Das, was wir vor diesem Ende erkennen können, sind Teile, als solche aber unwahr, also Gegenteile. Die Hegelsche, von Marx geteilte Verachtung für das, was gerade geschieht, für die einzelnen Leidensgeschichten der Völker und Menschen, rührt daher, daß nur aus der Perspektive des Ganzen alles seinen Sinn bekommt. Was aber, wenn das Ende, also das Ganze selbst furchtbar ist?

Konrad Paul Liessmann, geb. 1953 in Villach, Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie in Wien, Professor für Philosophie an der Universität Wien und seit 1996 wissenschaftlicher Leiter des Philosophicum Lech. Zahlreiche wissenschaftliche und essayistische Veröffentlichungen zu Fragen der Ästhetik, Kunst- und Kulturphilosophie, Gesellschafts- und Medientheorie, Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts, zuletzt erschienen: Theorie der Unbildung. Die Irrtümer der Wissensgesellschaft, Wien (2008), Zukunft kommt. Über säkularisierte Heilserwartungen und ihre Enttäuschung, Graz (2007).